Bronnbacher <b>Gespräche</b>Do. | 25. Feb. 2010 |19:30 | Prälatensaal

„Hunde, Schlangen, Widder.
Tiere im christlichen Kult.“


Vortrag von Prof. Dr. Christoph Daxelmüller
Prof. Dr. Christoph Daxelmüller, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde, Universität Würzburg

Schlangen am Fest „Mariä Entschlafung“ (15. August) im griechischen Markopoulon, Schlangen am Fest des Ortsheiligen San Domenico Abbate im italienischen Cocullo, ein Widder auf Wallfahrt mit dem verbrieften Recht, am abschließenden Gottesdienst in der Kirche teilzunehmen – dies will ganz und gar nicht in unsere Vorstellung von christlicher Frömmigkeit in einer gleichermaßen technikorientierten und säkularisierten Welt passen. Und was wiederum haben Schlangen, in der Regel als Symbol des Bösen gedeutet, wiederum mit Heiligen zu schaffen?

Der Vortrag führt ein in eine heute rätselhaft und zugleich archaisch erscheinende Welt. Da existierte in Frankreich die zwar im Mittelalter bereits verbotene, im religiösen Untergrund jedoch bis weit ins 19. Jahrhundert fortdauernde Verehrung eines heiligen Hundes mit Namen Guinefort, in Lyon verehrte man noch nach der Reformation eine heilige Ratte, und beim Palio in Siena werden die Pferde der Contraden bis heute in und nicht vor den Kirchen gesegnet. Welchen Platz also nimmt das Tier in der christlichen Frömmigkeit ein, dass es sogar im Mittelpunkt religiöser Kulte stehen kann? Die Beschäftigung mit einem außergewöhnlichen Phänomen wird zu überraschenden Einblicken in historische und gegenwärtige Kulturen führen.

Prof. Dr. Christoph Daxelmüller ist Professor für Europä­ische Ethnologie/Volkskunde an der Universität Würzburg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen u.a. auf jüdischer Volkskunde und Antisemitismus.


Eintritt frei

Veranstalter: Kloster Bronnbach
im Rahmen der Wintervortrags­reihe des Universitätsbundes Würzburg

im Rahmen der Wintervortrags­reihe des Universitätsbundes Würzburg<br>