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Bronnbacher <b>Gespräche</b>
Mi. | 09. Nov 2022 | 19:30 | Archivverbund Main-Tauber, Vortragssaal

"Das niederländische Kreditgeschäft von Löwenstein-Wertheim-Rochefort. Ein Wirtschaftskrimi der 1770er Jahre und seine Folgen"


Vortrag von PD Dr. Magnus Ressel

 

In den 1770er Jahren verschärfte sich ein Strukturproblem der Linie Löwenstein-Wertheim-Rochefort. Trotz umfangreicher Besitztümer lagen die Ausgaben jedes Jahr höher als die Einnahmen, so dass die Schuldenlast stetig stieg und Pfändungen drohten. In Reaktion hierauf versuchte Fürst Carl Thomas seit 1775, in den Niederlanden günstige Kredite aufzunehmen, um dadurch ältere Verbindlichkeiten abzutragen und die Zinslast zu reduzieren. Dabei verquickten sich die Aktivitäten des 1776 zu Verhandlungen in die Niederlande abgeschickten geheimen Rates Georg Friedrich Jäger auf unglückliche Weise mit einem reichsweit wahrgenommenen Prozess seines Vaters Georg David Jäger gegen den Ritterkanton Odenwald. Dies führte zum kostspieligen Abbruch der Verhandlungen Wertheims mit dem Brüsseler Handelshaus Romberg, der Entlassung und Ruinierung des jüngeren Jäger sowie dem Selbstmord seines Vaters im April 1779. Im Vortrag wird der Geschehensablauf nachgezeichnet und eine Analyse der zugrundeliegenden Strukturprobleme angestrebt.

Dr. Magnus Ressel ist Privatdozent an der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Habilitationsschrift befasst sich mit dem Netzwerk der deutschen Kaufleute in Venedig sowie den Strukturen des Transalpenhandels im späten 17. und 18. Jahrhundert. Darüber hinaus hat er zu den Beziehungen zwischen Nordeuropa und den Barbaresken sowie zu verschiedenen Aspekten des frühneuzeitlichen Fernhandels publiziert. Derzeit verfasst er als Förderstipendiat der Gerda Henkel Stiftung sowie als Junior-Fellow der Alfried Krupp-Stiftung Greifswald eine Monographie zum Kolonialhändler und Industrieunternehmer Friedrich von Romberg (1729-1819).

Der Vortrag wird voraussichtlich hybrid stattfinden, d.h. mit Teilnehmern im Archiv sowie der Möglichkeit der online-Teilnahme.

 

Eine Anmeldung ist in jedem Fall erforderlich.

Eintritt: frei

Weitere Informationen erhalten Sie beim
Staatsarchiv Wertheim
Bronnbach 19
D–97877 Wertheim
Telefon: 09342/91592–0
Telefax: 09342/91592–30
E–Mail: stawertheim@la-bw.de



Veranstalter: Archivverbund Main–Tauber in Verbindung mit dem Historischen Verein Wertheim und der VHS Wertheim
 




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