Die Bronnbacher Klosterkirche



Äußeres

Im Jahr 1157 wurde der Bau der Klosterkirche im Osten begonnen. Die Kirche wurde nach basilikalem Schema mit einem dreischiffigen Langhaus errichtet und erhielt ein breites Querhaus mit einem gestaffelten Ostschluss, wie das zu diesem Zeitpunkt als Mutterkloster fungierende Kloster Waldsassen in der Oberpfalz aufwies.

Heute ist nur noch die Hauptapsis erhalten. Im Westen vor dem Hauptportal und dem nördlichen Seitenschiff befand sich ursprünglich eine Vorhalle, deren Spuren sich noch im Mauerwerk abzeichnen. Vor dem Südseitenschiff, durch das die Konversen die Kirche betraten, gab es keine Vorhalle.

Mit der endgültigen Unterstellung Bronnbachs unter Maulbronn im Jahr 1166, änderten sich auch die Bauformen. In den Jahren zwischen 1424 und 1426 wurde das für den deutschsprachigen Raum ungewöhnliche Einzelgiebeldach aufgrund sich verschlechternder Witterungsverhältnisse und der Schadensanfälligkeit der Konstruktion in das heute noch vorhandene Satteldach umgebaut. Laut Ordensregel war den Zisterziensern die Errichtung von steinernen Türmen verboten, da sie als Hoheitszeichen galten und dies den Grundsätzen des Ordens widersprach. In Bronnbach wurde trotzdem ein Dachreiter aus Stein errichtet.




Innenraum

Im südlichen Querarm führt eine Treppe hinauf zum ehemaligen Dormitorium (Schlafsaal) der Mönche. Im östlichen Teil der Kirche, in etwa dort, wo auch heute das Chorgestühl steht, befand sich der romanische Chor der Mönche. Im Westen der Kirche, durch eine Chorschranke abgetrennt, stand das Chorgestühl der Laienmönche. Beide Gruppen der Klosterbewohner waren im täglichen Leben streng voneinander getrennt.

Die Errichtung der Kirche zog sich über einen langen Zeitraum hinweg, von 1157 bis 1222. Als die Kirche schließlich geweiht wurde, betrug die Bauzeit bereits über 60 Jahre. Dies zeigt sich auch an vielen unterschiedlichen Details des Innenraums. Die vielen Bauabschnitte der Bronnbacher Klosterkirche zeigen, dass zu Beginn des Baus nicht ein vorgefertigter Plan vorlag, sondern dass die Bauherren, d.h. die Bronnbacher Äbte, und die ausführenden Handwerker immer wieder neue Ideen einbrachten.

Für die Gestaltung in Bronnbach waren umliegende Großbauten von besonderer Bedeutung. Von dort holte man sich die Arbeitskräfte, die dann die dort erlernten Schmuckformen nach Bronnbach brachten.




Die Umgestaltung der Klosterkirche

Im Laufe der Jahrhunderte wurde auch der Kircheninnenraum mehrmals umgestaltet. So zwangen gerade die Ereignisse des dreißigjährigen Krieges zu einer neuen Ausstattung der Kirche, denn die bis dahin bestandenen Altäre wurden allesamt zerstört.

Der Wiederaufbau der Bronnbacher Klosterkirche ist geprägt von einer „modernen" barocken Ausstattung: Für das Langhaus wurden um 1700 vier monumentale braun-goldene Altäre geschaffen. Ihre gewundenen goldenen Säulen flankieren die jeweiligen Altargemälde. Im Rokoko entstanden weitere Stücke der Kirchenausstattung: Das Chorgestühl wurde in den Jahren 1777/78 nach rund 20-jähriger Arbeit fertiggestellt und ist eine überaus kunstvolle Arbeit des Laienbruders Daniel Aschauer.

Das Ende von Barock und Rokoko, markieren die neugotischen Beichtstühle und die zweigeschossige Westempore aus dem Jahr 1795. Auch der Eingang zur Sakristei und die Seitentüren der Kirche weisen klassizistische Stilmerkmale auf. Zuletzt ist noch die Orgel aus dem Jahr 1895 zu nennen. Es ist eine romantische Kegelladenorgel mit 25 Registern und einem neuromanischem Gehäuse, die der Orgelbauer Schlimbach aus Würzburg schuf.



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