Der Kreuzgang


Der Kreuzgang diente zum einen als Verbindungsgang zwischen den einzelnen Teilen der Klausur. Aber auch religiöse Handlungen, wie die tägliche Lesung oder die Fußwaschung fanden dort statt. In der Ecke zwischen Nord- und Ostflügel ist eine Nische vorhanden, das Armarium, in dem die liturgischen Bücher aufbewahrt wurden.


Der Kreuzgang war mit einem Flachdach versehen, eine anfangs angedachte Einzelgiebelgliederung wie in der Kirche wurde nicht ausgeführt. Auch in Maulbronn war ein Flachdach über dem Kreuzgang zumindest geplant. Weitere Vergleichsbeispiele finden sich ansonsten wieder nur an den schon genannten Bauten in Südfrankreich.

Die Kreuzgangarkaden zum Innenhof sind als Triforen (Dreifenstergruppen) gestaltet. Ganz ähnliche Fenster zeigt die Burg Wertheim oder auch das Portal der Burg Krautheim an der Jagst. Diese Vergleichsbeispiele beweisen, dass bestimmte Formen nicht an bestimmte Bauaufgaben gebunden waren, sondern dass ein reger Austausch zwischen unterschiedlichsten Baustellen bestand.

Eine Besonderheit stellt die Verglasung des Kreuzgangs bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts dar. Der Bronnbacher Kreuzgang ist damit einer der ersten überhaupt, bei dem sich der Einsatz von Glasscheiben nachweisen lässt. Wie in der Kirche erfolgte die Verglasung von außen. Auch in Maulbronn lässt sich dasselbe Verfahren in Kirche und Kreuzgang nachweisen.

Der frühgotische Kreuzgang im Nord- und Ostflügel, der sich aufgrund der stilistischen Einordnung des Bauschmuckes zwischen 1210 und 1240 datieren lässt, weist in den Kapitellen und Konsolen vielfältige Schmuckformen auf. Die von Bernhard von Clairvaux geforderte Schmucklosigkeit wurde in Bronnbach somit nicht eingehalten.

Als die Kirche zu Beginn des 15. Jahrhunderts das Satteldach erhielt, wurde auch das Dach des Kreuzgangs verändert und ein Pultdach gebaut. Da der Kreuzgang wohl schon um 1500 statische Probleme aufwies, – die Neigung der Gewölbe nach außen lässt sich noch heute besonders gut im Ostflügel verfolgen – ,wurde der Kreuzgarten zwischen 1517 und 1617 aufgeschüttet. Allerdings verschärfte dies die Probleme zusätzlich, da das Mauerwerk seitdem ständig feucht ist. Im 17. Jahrhundert erhielt der Kreuzgang wieder ein Flachdach und diente als Umgang im Obergeschoss.







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