Der barocke

Abteigarten


von Dr. Verena Friedrich


An der Südwestecke des Gartens befand sich eines der beiden „Sommerhäuslein", das turmartig neben der Mauer emporragte. Dieses wird bereits 1642 erwähnt. Der Garten selbst war durch einen breiten zentralen Weg in zwei unterschiedlich gestaltete Kompartimente aufgeteilt.

Dieser Hauptweg führte vom Eingang in die Abtei zu einem Durchgang in der Mitte der westlichen Stützmauer und war von halbhoch gezogenen Bäumchen oder Sträuchern flankiert.

Das nördliche Gartenkompartiment war in zwei Reihen zu jeweils sechs Beeten aufgeteilt, was auf eine Nutzgartenanlage schließen lässt. Hier befand sich an der südöstlichen Ecke ein zweischaliger Brunnen. Das südliche Gartenkompartiment hingegen besaß ein mit niedrigen Rabatten gesäumtes, kreuzförmiges Wegesystem. Dessen Mittelpunkt wurde von einem weiteren „Sommerhäuslein" in Form eines offenen, überkuppelten Pavillons akzentuiert.



Noch in den späten 70er Jahren des 17. Jhs. erfolgten an den Klostergärten Umgestaltungs- und Erweiterungsmaßnahmen. Die Ausgestaltung der westlichen Stützmauer mit einer Balustrade ist für das Jahr 1676 belegt. Hier finden sich an den Postamenten zwischen den Balustern Engelsköpfe, Vasen und Fruchtgehänge, aber auch das Wappen des Auftraggebers, Abt Franz Wundert, und die Jahreszahl 1676. Darüber hinaus wurde entlang von Mauer und Balustrade ein mit Natursteinplatten belegter Spazierweg, eine „Altane", angelegt.

Im Jahre 1683 wurde der Garten offenbar sowohl nach Süden als auch nach Westen erweitert und mit einer neuen Stützmauer nach Westen hin versehen. Vermutlich wurde in diesem Zusammenhang auch ein zweites Sommerhaus an der Nordwestecke des Abteigartens gebaut, das als turmartige Begrenzung und als Pendant zum südwestlichen Sommerhaus gesehen werden darf. Hinter dem älteren Sommerhaus wurde 1683 ein Laubengang aufgebaut, um den alten Gartenteil von der Erweiterung nach Süden optisch abzugrenzen. Beide großen Gartenkompartimente wurden wohl in der Folge als Ziergärten gestaltet, denn fortan diente nur noch die sich nach Süden erstreckende Erweiterungsfläche als Nutzgarten. Den Rechnungen zufolge wurde umfangreich Buchs gesetzt, und 1706 ein neuer Brunnen für den Abteigarten errichtet.
Eine gartenkünstlerische Neukonzeption dürfte der Abteigarten im Jahre 1718 erfahren haben. Der damals regierende Abt Joseph Hartmann (reg. 1699–1724) scheint aller Wahrscheinlichkeit nach ein großer Gartenliebhaber gewesen zu sein. In seine Regierungszeit fällt auch die erste Erwähnung einer Orangerie, für deren Errichtung, wie für die Gestaltung des Abteigartens, er einen Fachmann nach Bronnbach holte: Meister Kilian Dinkel, den Orangeriegärtner des damaligen Dompropstes und späteren Fürstbischofs von Würzburg, Johann Philipp Franz von Schönborn.

Der Hauptweg, der das Gartenareal von Westen nach Osten durchschneidet, wurde um einen in seiner Mitte errichteten großen Brunnen herumgeführt. Dessen Wasser ergießt sich über zwei Brunnenschalen in ein großes, 18-eckiges und damit fast rundes Becken. Die monumentale Brunnenanlage bildet das Zentrum eines Wegekreuzes, von dem aus man in die beiden seitlichen Zierparterres gelangt. Beide Ziergartenkompartimente sind von balusterbekrönten Mauern umfriedet und in Form von Kreuzgärten gestaltet. Trotz der deutlichen Trennung der beiden Zierparterres werden diese auf bemerkenswerte Weise durch die gemeinsame Wasserachse zusammengebunden. Eine offenbar reich schüttende Quelle hielt nicht nur die Brunnenanlagen in Gang, sondern speiste noch mindestens einen Brunnentrog, welcher an der westlichen Stützmauer aufgestellt war. Diese Fülle an Wasser belebte den Garten sowohl optisch als auch akustisch. Darüber hinaus übernahmen die Brunnen sinnfällig die Funktion der Selbstdarstellung, sozusagen im „Vorgarten" einer zisterziensischen Klosteranlage in „Bronn"bach, die den Brunnen sogar im Namen führt.

Seit dem Mittelalter besaß das Kloster offenbar stets einen doppelten Schalenbrunnen, der als Identifikationsobjekt sogar in das Klosterwappen aufgenommen wurde. Dies spiegelt sich auch in der Ikonographie des Brunnens wider. Die Bekrönung des Schalenbrunnens, geschaffen von dem Würzburger Hofbildhauer Balthasar Esterbauer (um 1672–1728), besteht aus einer Gruppe von zwei Putten und einem Delphin. Mit der Dienstbarmachung des Meeresbewohners wird die Fähigkeit veranschaulicht, die Natur zu zügeln bzw. in geordnete Bahnen zu lenken. Gleiches wird auch durch die Löwenköpfe ausgedrückt, durch deren Mäuler das Wasser von Schale zu Schale fließt. Nutzen und Ertrag dieser Kultivierungsarbeit sind durch die fleischigen Früchte der dekorativen Gehänge an den Unterseiten der Brunnenschalen versinnbildlicht. Üppige Fruchtgehänge als Verweise auf ein irdisches Paradies lassen sich auch als Dekorationsmotive an zahlreichen Postamenten der den Abteigarten einfriedenden Balustrade finden.



Die Skulpturen im Abteigarten


Heute gehören die bedauerlicherweise nicht mehr vollständig erhaltenen Gartenfiguren zu den kostbarsten Ausstattungsstücken. Es handelt sich nämlich um die Originale aus dem 18. Jh. und nicht – wie vielfach andernorts – um Bildhauerkopien. Trotz vorhandener Witterungsschäden und alter bestandsschädigender Reparaturen konnte mit der jüngsten Restaurierung der wertvollen Figuren ein einzigartiger Bestand erhalten werden.


Noch in den späten 70er Jahren des 17. Jhs. erfolgten an den Klostergärten Umgestaltungs- und Erweiterungsmaßnahmen. Die Ausgestaltung der westlichen Stützmauer mit einer Balustrade ist für das Jahr 1676 belegt. Hier finden sich an den Postamenten zwischen den Balustern Engelsköpfe, Vasen und Fruchtgehänge, aber auch das Wappen des Auftraggebers, Abt Franz Wundert, und die Jahreszahl 1676. Darüber hinaus wurde entlang von Mauer und Balustrade ein mit Natursteinplatten belegter Spazierweg, eine „Altane", angelegt.

Im Jahre 1683 wurde der Garten offenbar sowohl nach Süden als auch nach Westen erweitert und mit einer neuen Stützmauer nach Westen hin versehen. Vermutlich wurde in diesem Zusammenhang auch ein zweites Sommerhaus an der Nordwestecke des Abteigartens gebaut, das als turmartige Begrenzung und als Pendant zum südwestlichen Sommerhaus gesehen werden darf. Hinter dem älteren Sommerhaus wurde 1683 ein Laubengang aufgebaut, um den alten Gartenteil von der Erweiterung nach Süden optisch abzugrenzen. Beide großen Gartenkompartimente wurden wohl in der Folge als Ziergärten gestaltet, denn fortan diente nur noch die sich nach Süden erstreckende Erweiterungsfläche als Nutzgarten. Den Rechnungen zufolge wurde umfangreich Buchs gesetzt, und 1706 ein neuer Brunnen für den Abteigarten errichtet.
Eine gartenkünstlerische Neukonzeption dürfte der Abteigarten im Jahre 1718 erfahren haben. Der damals regierende Abt Joseph Hartmann (reg. 1699–1724) scheint aller Wahrscheinlichkeit nach ein großer Gartenliebhaber gewesen zu sein. In seine Regierungszeit fällt auch die erste Erwähnung einer Orangerie, für deren Errichtung, wie für die Gestaltung des Abteigartens, er einen Fachmann nach Bronnbach holte: Meister Kilian Dinkel, den Orangeriegärtner des damaligen Dompropstes und späteren Fürstbischofs von Würzburg, Johann Philipp Franz von Schönborn.

Der Hauptweg, der das Gartenareal von Westen nach Osten durchschneidet, wurde um einen in seiner Mitte errichteten großen Brunnen herumgeführt. Dessen Wasser ergießt sich über zwei Brunnenschalen in ein großes, 18-eckiges und damit fast rundes Becken. Die monumentale Brunnenanlage bildet das Zentrum eines Wegekreuzes, von dem aus man in die beiden seitlichen Zierparterres gelangt. Beide Ziergartenkompartimente sind von balusterbekrönten Mauern umfriedet und in Form von Kreuzgärten gestaltet. Trotz der deutlichen Trennung der beiden Zierparterres werden diese auf bemerkenswerte Weise durch die gemeinsame Wasserachse zusammengebunden. Eine offenbar reich schüttende Quelle hielt nicht nur die Brunnenanlagen in Gang, sondern speiste noch mindestens einen Brunnentrog, welcher an der westlichen Stützmauer aufgestellt war. Diese Fülle an Wasser belebte den Garten sowohl optisch als auch akustisch. Darüber hinaus übernahmen die Brunnen sinnfällig die Funktion der Selbstdarstellung, sozusagen im „Vorgarten" einer zisterziensischen Klosteranlage in „Bronn"bach, die den Brunnen sogar im Namen führt.

Seit dem Mittelalter besaß das Kloster offenbar stets einen doppelten Schalenbrunnen, der als Identifikationsobjekt sogar in das Klosterwappen aufgenommen wurde. Dies spiegelt sich auch in der Ikonographie des Brunnens wider. Die Bekrönung des Schalenbrunnens, geschaffen von dem Würzburger Hofbildhauer Balthasar Esterbauer (um 1672–1728), besteht aus einer Gruppe von zwei Putten und einem Delphin. Mit der Dienstbarmachung des Meeresbewohners wird die Fähigkeit veranschaulicht, die Natur zu zügeln bzw. in geordnete Bahnen zu lenken. Gleiches wird auch durch die Löwenköpfe ausgedrückt, durch deren Mäuler das Wasser von Schale zu Schale fließt. Nutzen und Ertrag dieser Kultivierungsarbeit sind durch die fleischigen Früchte der dekorativen Gehänge an den Unterseiten der Brunnenschalen versinnbildlicht. Üppige Fruchtgehänge als Verweise auf ein irdisches Paradies lassen sich auch als Dekorationsmotive an zahlreichen Postamenten der den Abteigarten einfriedenden Balustrade finden.


Veränderungen im barocken Abteigarten


Ab dem Jahre 1740 wurde der Abteigarten umgestaltet. Zunächst wurden neue Buchsrabatten gesetzt, und ein Jahr später – wohl anstelle der pflegeaufwändigen Broderieparterres – die damals hochmodernen Rasenparterres („parterres à l´Angloise") angelegt. Zu einem bislang noch nicht eindeutig festzumachenden Zeitpunkt, aber wohl in der Mitte des 18. Jhs., erhielten die Ziergartenkompartimente des Abteigartens eine Binnenstufung.

Geschweifte niedrige Futtermäuerchen mit Postamenten an den Richtungswechseln gliedern das Gartenareal beider Ziergärten in ein niedrigeres inneres Parterre und ein etwas höher liegendes äußeres Parterre. Letzteres ist, zumindest im südlichen Ziergartenteil, andeutungsweise als Kreuzgarten fortgeführt. Zwei seitliche und eine mittlere Treppe verbinden die beiden unterschiedlichen Gartenniveaus, sodass trotz des kleinen Gartenareals – in Verbindung mit der Altane – eine überaus abwechslungsreiche Wegeführung entstand.


Die Revitalisierung des Abteigartens


Die jüngsten Restaurierungsmaßnahmen hatten das Ziel, die charakteristischen Elemente des barocken Abteigartens wieder in Stand zu setzen, dabei jedoch auch die jüngeren Zeitschichten zu respektieren.

Hierzu gehörte eine umfassende und aufwändige Sanierung der Mauern und Balustraden, der Gartenfiguren und der Brunnenanlagen. Die vegetabile Gestaltung auf einen datierten Zustand festzulegen, war allein aufgrund der lückenhaften Quellenlage nie Gegenstand der Planungen. Hingegen galt es, die immer vorhandene und auf der Basis eines Kreuzgartens angelegte Großgliederung sowie die Stufung des Gartengeländes zu bewahren. Im nördlichen Ziergartenkompartiment, wo dies nur eingeschränkt möglich war, wurden die vorhandenen Pflanzen, insbesondere die Frühjahrsblüher erhalten und die Gartenfläche mit Sommerblühern modern gegliedert. Somit konnte mit der Neuanlage des Bronnbacher Abteigartens ein bedeutendes Kulturdenkmal revitalisiert werden, das sämtliche Charakteristika des barocken Abteigartens präsentiert. In der Rückschau auf die Veränderungen des Gartens im 19. Jh. wurde zusätzlich an der westlichen Altane die Pergola wiederhergestellt, wodurch die Spazierwege mit einem weiteren Element bereichert werden konnten. Nachdem im Zusammenhang mit der Restaurierung des Orangerie-Gewächshauses im ehemaligen Glashausgarten ein Kräutergarten angelegt und mit dem Abteigarten die bemerkenswertesten Bestandteile dieses Gartens restauriert werden konnten, steht nun die Restaurierung des Saalgartens an.


Näheres zu den Bronnbacher Gärten und dem Figurenprogramm erfahren Sie im Gartenführer „Die Gärten des ehemaligen Zisterzienserklosters Bronnbach", welchen Sie im Klosterladen erwerben können.



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